Oldtimer

4. Internationales UT-Markentreffen in Stuttgart Möhringen am 05. und 06. September 2015

 Das 1. und 2. UT-Oldtimer-Motorrad-Markentreffen führte der AMCU im Jahre 2000 und 2005 an der Entwicklungs- und Gründungsstätte des UT Motorrads in Untertürkheim durch. Beim 3.Treffen 2010 in Tübingen im Boxenstopp-Museum war der AMCU organisatorisch auch dabei. Im Jahr 2015 wurde das 4.UT-Treffen 
dann am 05. und 06. Sept. in Stgt. Möhringen durchgeführt.
Von 1930 bis 1962 baute die Firma Schwenk und Schnürle alle in dieser Zeit hergestellten UT Motorräder in Stgt. Möhringen in der Bahlinger Straße. Deshalb lag es nahe, dass das 4. Internationale UT Treffen am Produktions- und Auslieferungsort auch der allerletzten Maschinen stattfinden sollte. Die UT Freunde aus Möhringen mit Herrn Schnürle und Herrn Stäbler, die letzten damals in der Produktion noch aktiven Mitglieder aus dem Familienunternehmen, baten uns, die Organisation in Möhringen zu übernehmen. So war der AMCU in die Vorbereitungs- und Durchführungsarbeiten wieder mit eingebunden.
Dank der guten Zusammenarbeit des gebildeten Organisationsteam war auch 2015, die gut besuchte Veranstaltung wieder ein voller Erfolg. Fast alle Maschinentypen konnten die zahlreichen Zuschauer bewundern, welche die 30 Teilnehmer auf dem Platz vor dem Auwärter Museum und im Hof der letzten UT Produktionsstätte zur Schau stellten.

  

 Ankunft der Teilnehmer

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Gemütlicher Abend im Hotel Neotel

 

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Präsentation der Motorräder vor dem Auwärter Museum

 

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Präsentation und Fototermin vor dem ehemaligen Produktionsgebäude
in der Balinger Straße in Stgt. Möhringen

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Ausfahrt zum Schloss Hohenheim

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Gründungsgeschichte Teil 1

Hermann Scheihing (geb. am 15.06.1890, gest. am 31.05.1934) aus dem Stuttgarter Vorort Untertürkheim
war der Gründer der Motorradmarke “UT”.
 
Nachdem er zuvor beim Automobilhersteller Daimler-Benz in Untertürkheim gearbeitet hatte, führte er ab dem Jahr 1922 seine eigene mechanische Werkstätte, die sich später “UT. Motoren- & Fahrzeugbau “ nannte.
Zunächst wurden dort mechanische Teile im Auftrag hergestellt, aber auch kleine Taschenfeuerzeuge und Ähnliches. 

Hermann Scheihing und seine Frau Elise, geb. Gassmann, waren beide begeisterte Motorradfahrer. Während sie eine COCKERELL fuhr, besaß er eine TRIANON. 
Es dauerte nicht lange, bis Scheihing anfing Motorräder zu entwickeln und zu bauen; ab 1924 standen die ersten
Modelle zum Verkauf bereit. Scheihing hatte gute Kontakte zur Motorradszene, was auch alte Fotos von DMV-Treffen
zeigen, wo er Mitglied war. Damals trug man noch stolz eine “Prinz Heinrich- Schiffermütze mit entsprechendem Abzeichen. Als technischer Berater stand ihm sein Freund und Ober-Ingenieur bei Daimler Otto Schilling zur Seite. Das erste UT-Modell war auch geprägt von den Erfahrungen mit der Cockerell-Maschine, denn der Zweitaktmotor hatte z.B. einen liegenden Zylinder. 
Der Motor hatte äußerlich Ähnlichkeit mit dem BEKAMO-Motor, war aber eine Scheihing-Entwicklung mit 250 ccm und hatte keine Ladepumpe. Eine Besonderheit war die Kühlplatte aus Aluguss, die mit dem Motorblock verschraubt war, gleichzeitig als Trittbrett diente und zwei Kanäle als Ersatz für die Auspuffrohre hatte. Ab 1926 hatte die Maschine bereits eine Ruthardt Schwungrad-Magnet Zündlichtanlage direkt auf der Kurbelwelle. Das stabile Fahrgestell, der tiefe Schwerpunkt und die sorgfältige Verarbeitung der Maschinen waren eine gute Voraussetzung für die zahlreichen Erfolge der
UT-Motorräder bei Bergrennen und Zuverlässigkeitsfahrten in den Jahren 1925 und 1926. 

Blind, Bubeck, Denneler und Kern waren damals die ersten Fahrer, die erfolgreich für UT fuhren. Bei den Rennmaschinen ersetzte man die Trittbretter durch Fußrasten und statt des Graugusszylinders baute man einen großflächig verrippten Aluminium-Zylinder ein. Auch eine Rennmaschine mit 250 ccm Viertakt-JAP-Motor hatte die Untertürkheimer Motorradschmiede 1925 schon entwickelt, die z.B. beim Stuttgarter Solitude- Rennen eingesetzt wurde. 
Die kleine Werkstatt in Untertürkheim reichte nun nicht mehr aus alle Kundenwünsche zu erfüllen. Es wären größere Investitionen erforderlich gewesen, die Scheihing in der damaligen wirtschaftlich schwierigen Zeit nicht aufbringen konnte. Er übergab daher seine Motorrad- Produktion schweren Herzens 1927 an die Maschinenfabrik Bergmüller & Co. im Stuttgarter Vorort Vaihingen auf den Fildern, die ein “Zweites Standbein” für ihre Fertigung suchte. Dort wurden in den Jahren 1927-28 neben neuen Modellen, mit englischen JAP-und Blackburne- Motoren, auch die Scheihing-Maschinen mit Zweitaktmotor noch weitergebaut. Auch die Beteiligung an Rennwettbewerben führte Bergmüller & Co. intensiv weiter, mit den heute noch bekannten Erfolgen und Fahrern.

Die Firmengeschichte der Marke UT endete 1962 und sie lässt sich heute im historischen Rückblick in drei Abschnitten darstellen:

 1922-26  UT- Motoren- und Fahrzeugbau Stuttgart-Untertürkheim
 1927-30  Bergmüller & Co. Maschinenfabrik Stuttgart-Vaihingen
 1931-62  Schwenk & Schnürle GmbH Stuttgart-Möhringen
 bis 1934  wurde noch in Vaihingen produziert

Verfasser:  Günter Wolf (Dipl.Ing.)  Sept. 1999